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Rezensionen d20 Universal

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SOLOABENTEUER: ÜBER DEN SYLINTHPASS

  Gattung:

Sprache:

Autor:
Verlag:
Erschienen:

Ausgabepreis:

ISBN:
Abenteuer (Solo) / Setting: Fantasy

Deutsch

Marc Geiger
Truant-Verlag
2003

13 Euro / 26 DM

3-934-28204-0

Ausstattung: Soloabenteuer für Stufe 2-4, 48 Seiten, DIN A4.

Deutsches Original von Truant

Gespannt war ich, endlich mal wieder ein sogenanntes SOLO-Abenteuer in den Händen zu halten, wie zu ganz alten Rollenspielzeiten. Denn damals gab es noch keinen Computer, bescheidenes Fernsehprogramm und die meistens Jungs lasen gerne. Daher gab es neben unzählige Abenteuerbücher, Geschichten, in der der Leser selbst die Handlung des Protagonisten bestimmt, die bekanntesten sind sicherlich die Einsamen Wolf-Bände, die ich noch vor meiner Rollenspielzeit verschlang.

Ich habe mir also einen abgehalfterten Bleistift, einen Würfelsatz, einen Charakterbogen (4 Beispielcharaktere liegen auch bei) und einen Schmierzettel geschnappt, mich auf's Bett geworfen und losgelegt. Nun gut, für dieses Solo sind schon profunde D&D/ d20-Kenntnisse erforderlich, sonst wird man nicht recht vorankommen.


Inhalt:

Doch begeben wir uns in die Rolle des zwergischen Priesters Orkil, der auszog, das Böse vom Angesicht der Welt zu tilgen und einer der Beispielcharaktere ist:

"Verfluchte Elfenkraut. Jetzt bin ich schon *grr* drei Tage in diesem elendigen Kaff Halbar, mein Silber ist erschöpft und ehrlich gesagt, dass sie diese Brühe hier Bier nennen, da schmeckt ja Orkenpisse besser *grr*. Gut, dass ich diesen Aushang gefunden habe, eine Karawane begleiten, *har*, Schwachsinn!"

Keinen halben Tag später ziehe ich nun Seite an Seite mit der Karwane über den Sylinthpass, welcher immer wieder von Orkhorden bedroht wird. Der stinkige Oslar riecht zwar schlimmer als ne ganze Zwergenarme und philosophiert lieber über seine Pferdchen Anna und Rita, aber zum einen werden es ganz interessante Geschichten, wenn man sich vorstellt, dass es sich um haarige Zwerginnen handelt...

Um nicht zuviel zu verraten - nix wär tödlicher für ein Soloabenteuer - können wir uns mittlerweile ganz gut vorstellen, was abgeht: der Held begleitet eine von Orks bedrohte Karawane und allerley Kleinigkeiten, wie abendliche Gespräche, wegzuräumende Felsbrocken als auch Konfrontationen sind eingebaut. Gar ein recht gelungener Dungeon ist integriert, das weckt alte Instinkte!

Besonderheiten dieses Abenteuers ist die Zeitmessung: jede Handlung bedarf einer gewissen Zeit und je nachdem, wann man wo ankommt, passiert etwas. Leider ist das Verhältnis Aufwand zu Nutzen nicht ganz in Waage, so muss man ständig mitschreiben, Auswirkungen hat es selten - bei mir nur an zwei Stellen. Geb ich mal ein Beispiel, man sitzt in der Zelle und hat drei Stunden Zeit und vier Möglichkeiten zur Auswahl, jede dauert 5 Minuten. Hmmm, also, nach ner Stunde hatte ich alles durch und mich dann pennen gelegt, hier ist der Faktor einfach nicht richtig angesetzt worden, es hätte so sein müssen, dass man auf eine Handlung verzichten muss, ansonsten bringt das ganze zählen nix!

Eine weitere gute Idee sind die Ereignisfelder, quasi eine leere Tabelle von 1 bis 24 durchnummeriert und an manchen Stellen wird man aufgefordert, etwas einzutragen in Feld so und so, was dann später wieder abgerufen wird, indem der Text mit "Falls in E16 eine Nummer steht, springe dorthin, ansonsten...". Manchmal ist das richtig sinnvoll, beispielsweise hat man einem Kameraden geholfen und der springt dann für einen mit ein, wenn drei Orks einen attackieren, manchmal auch weniger, wenn beispielsweise in einem Raum etwas zu finden ist und sich dadurch die Beschreibung ändert - hier hätte man es anders lösen können!

So wurde wirklich versucht, vielschichtig reagieren zu können, und auch die Gesinnung, zumindest eine "rechtschaffend gute" hat manchenthalben Auswirkungen.

Ein kleiner Fehler ist auch bei den Beispielcharakteren passiert: so wurden die absoluten Attributwerte angegeben, gebraucht werden aber die Boni und es ist ätzend, die nochmal nachschlagen zu müssen. Hätten hingedruckt sein können, sowas sollte eigentlich beim Probespielen gesehen und ausgemärzt werden!!!

Das Layout ist nett: zwei armdrückende Orks, erinnert mich an den Brom-Stil anderer Truant-Werke scheint aber von Franz Vohwinkel, ebenso wie zwei nette Innenillus.


Fazit:

Es ist übrigens keine Übersetzung sondern ein deutsches Original der "Edition Troll" von Marc Geiger und in Sachen Vielseitigkeit und Schreibstil kann man dem Autor durchaus ein Kompliment machen. Trotz meines überwiegenden Lobes, Soloabenteuer sind mehr oder minder eindimensional und können das "Rollenspiel" nicht ersetzen, Über den Sylinthpass bietet aber zumindest 2 Stunden nette Abwechslung.

[Ingo Schulze]

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